Žamberk, Letohrad und Orlice
Žamberk ist eine charmante Kleinstadt im Osten Tschechiens, eingebettet in die sanfte Hügellandschaft des Adlergebirges (Orlické hory). Abseits der grossen Touristenströme verbindet sie historische Architektur, eine reizvolle Natur und die entspannte Atmosphäre einer traditionellen böhmischen Kleinstadt.
Das historische Zentrum mit seinen farbenfrohen Bürgerhäusern und dem Marktplatz lädt zum Flanieren ein. Über der Stadt erhebt sich das Schloss Žamberk, dessen Ursprünge bis ins 16. Jahrhundert zurückreichen. Heute erinnert es an die bewegte Geschichte der Region und bietet einen schönen Blick auf die umliegende Landschaft.
Die Umgebung von Žamberk ist besonders für Naturliebhaber und Aktivurlauber interessant. Zahlreiche Wander- und Radwege führen durch Wälder, Wiesen und kleine Dörfer bis in das Adlergebirge. Von den Höhenzügen eröffnen sich immer wieder beeindruckende Ausblicke auf die böhmische Landschaft und bei guter Sicht bis zum Riesengebirge.
Nicht weit entfernt befindet sich die Festung Hanička, eine der bedeutendsten Grenzbefestigungen der ehemaligen Tschechoslowakei. Die weitläufige unterirdische Anlage vermittelt einen spannenden Einblick in die politischen Spannungen Europas vor dem Zweiten Weltkrieg.
Auch die Wallfahrtskirche Neratov zählt zu den besonderen Sehenswürdigkeiten der Region. Nach Jahrzehnten des Verfalls wurde sie eindrucksvoll restauriert und erhielt ein modernes Glasdach. Heute ist sie ein Symbol für den Wiederaufbau und die Erneuerung der Grenzregion.
Wer Žamberk besucht, entdeckt eine weniger bekannte Seite Tschechiens: eine Region voller Geschichte, authentischer Kultur und ursprünglicher Natur. Gerade diese Mischung macht den besonderen Reiz der Gegend aus und lädt dazu ein, Böhmen abseits der bekannten Städte neu kennenzulernen.
Mein Weg führte mich in die stille Region rund um die Orlice, genauer in das kleine Dorf Orlice bei Letohrad, eingebettet in das sanft geschwungene Tal der Tichá Orlice. Hier zeigt sich die Landschaft von ihrer besonders ruhigen und ursprünglichen Seite: Wiesen, Wälder und verstreute Höfe prägen das Bild, während der Fluss gemächlich durch das Tal fliesst.
Die Gegend wirkt fast zeitlos. Kleine Strassen und Feldwege verbinden die Orte entlang des Flusses, und immer wieder öffnet sich der Blick auf die bewaldeten Hänge des Vorlandes des Orlické hory. Die Nähe zum Wasser hat das Leben hier über Jahrhunderte geprägt – von Landwirtschaft über Mühlen bis hin zu kleinen Handwerksbetrieben, die sich entlang der Orlice ansiedelten.
Besonders eindrücklich ist die Ruhe dieser Region. Während grössere Städte nur wenige Kilometer entfernt liegen, scheint hier ein langsamerer Rhythmus zu gelten. Die Orlice begleitet den Besucher dabei als stetiger, leiser Fluss, der die Landschaft nicht nur formt, sondern ihr auch ihren Namen und Charakter gibt.
Wer hier unterwegs ist, erlebt eine der weniger bekannten, aber umso authentischeren Seiten Ostböhmens – eine Landschaft, in der Natur, Geschichte und ländliches Leben noch eng miteinander verbunden sind.








































